Stagnation

Nun finden sich vielerorts in unserem Körper Stagnationen im Ki-Fluß (Energiefluss). Das ist ganz normal und bedeutet nicht gleich Krankheit. Jeder Mensch hat gewissermaßen sein Stagnationsmuster, das als Ausdruck seiner Persönlichkeit angesehen werden kann. Vielleicht stellen diese individuellen Muster so etwas wie das Salz in der Suppe des Lebens dar. Wenn allerdings Krankheiten sich entwickeln sollten, dann wird sie die Wege nehmen, die die Einschränkungen im Energiefluss des gesunden Menschen bereits vorzeichneten.

„Persönliche Stagnation“ bedeutet, dass meine Art zu leben, zu denken und zu fühlen mich bestimmte Anteile meiner Realität nicht sehen lässt, an anderen wiederum festhalten lässt. Dieses Muster ist ein beständiger Spiegel meiner Unvollkommenheit und eine Aufforderung, mich weiterzuentwickeln. Hier setzt Shiatus an. Shiatsu mobilisiert, stimuliert, harmonisiert und ermutigt den Fluß der Lebensenergie dort, wo sie in uns stagniert und residiert.

Der körperliche Schmerz, wie er in einer Shiatsu-Behandlung auftreten kann, ist immer auch Ausdruck eines seelischen Schmerzes. Er weißt darauf hin, dass hier ein Bereich ist, den wir über längere Zeit vermieden haben anzuschauen – wir haben den Energiestrom an dieser Stelle unseres Erlebens angehalten. Seine Freisetzung durch Berührung bedeutet einen – manchmal schmerzhaften – Entwicklungsschritt. Shiatsu vermag diesen nicht nur auszulösen, sondern kann den Menschen auch im Weiteren auf dem nun folgenden Weg begleiten und unterstützen.

Zitat aus: Wilfried Rappenecker, Yu Sen – Sprudelnder Quell, Shiatsu für Anfänger“